Unterstützen Sie Ihre digitale Transformation mit Robotic Process Automation

Unterstützen Sie Ihre digitale Transformation mit Robotic Process Automation

Technologie im Dienst des Menschen und Probleme lösen durch technische Innovationen – das ist die Vision einer digitalen Zukunft. Wir sind jedoch sicher nicht die Ersten, die fordern, die Digitalisierungsprozesse aller Branchen rasch voranzutreiben. Das ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Im Folgenden wollen wir eine Technologie vorstellen, die bei diesem Prozess eine tragende Rolle spielt: Die Robotic Process Automation, kurz RPA.

Was kann Robotic Process Automation?

Sollten Sie von RPA noch nie gehört haben, dann ist es jetzt an der Zeit, das Konzept und die Wirkweise kennen zu lernen. Es handelt sich um eine Technologie der Geschäftsprozess-Automatisierung, die es ermöglicht, Software oder einen “Roboter” so zu konfigurieren, dass er die Handlungen eines Menschen nachahmt und integriert, indem er innerhalb digitaler Systeme interagiert, um verschiedene Geschäftsprozesse automatisiert auszuführen.

RPA im Unterschied zu API

Während innerhalb der herkömmlichen Workflow Automation ein Softwareentwickler mithilfe von Application Programming Interfaces Listen verschiedener Aktionen erstellt, um Aufgaben und Interface mit dem Back-End zu verbinden, verwendet die Technologie der Robotic Process Automation die Benutzeroberfläche selbst. Ein RPA Roboter beobachtet, mit welchen Aktionen der Nutzer eine Aufgabe ausführt, erfasst diese Daten und steuert dann automatisiert die Anwendungsprozesse genau wie Menschen es manuell tun würden. Er interpretiert, löst Reaktionen aus und kommuniziert mit anderen Systemen, um eine Vielzahl von sich wiederholenden Aufgaben zu erledigen.

Wo ist der Einsatz von RPA sinnvoll?

Robotic Process Automation ist keine Universallösung für jegliche Geschäftsprozesse. Es gibt jedoch einige Bereiche, wo es von exzellentem Nutzen sein kann und dieser ergibt sich bei folgenden vier Merkmalen von Prozessen:

  1. Wiederholbar: Prozesse, die zyklisch ablaufen mit womöglich hohem Prozessvolumen eignen sich besonders. Dabei ist es wichtig, dass die gleichen Schritte jedes Mal durchgeführt werden.
  2. Regelbasiert: Die Prozesse basieren auf individuellen Gesetzen, die sich nicht ändern. Wenn X passiert, muss Y folgen.
  3. Standardisiert: Die einzelnen Aktionen innerhalb dieser Prozesse gründen auf Standards, es gibt höchstens geringe Abweichungen von diesem Standard, so dass die Automatisierung unkompliziert verläuft.
  4. Strukturiert & datenbasiert: Die Prozesse beinhalten nur bekannte Sequenzen, die einheitlichen Strukturen folgen, basierend auf bekannten, erfassten Daten.

Manchmal macht es Sinn, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Heißt, Technologien und Tools zu nutzen, welche die Freiräume schaffen für einen strategischen Umbau der IT-Landschaft, während auf Kundenseite bereits ein messbarer Nutzen entsteht. Denn der Kunde hat nichts davon, wenn Sie langsam, nach und nach Ihre IT-Landschaft umbauen, ohne messbaren Nutzen zu erzielen.

Jana Bulkin, CEO von S2BConnected

Welche Vorteile bringt der Einsatz von RPA?

Wenn Sie RPA erfolgreich einsetzen, tut sich eine ganze Reihe von Vorteilen auf. Sie müssen mitnichten ihre bestehende IT-Landschaft verändern oder Anwendungssysteme wechseln – RPA kann implementiert werden, ohne aufwendige Anpassungen durchführen zu müssen und spart zusätzlich Kosten. Dort wo zuvor menschlicher Arbeitseinsatz gefragt war, um Prozesse durchzuführen und zu überwachen, ist nun der unermüdliche Roboter im Einsatz. Das befreit die Belegschaft von der Pflicht, diese Standard-Aktivitäten auszuführen, womit die generelle Belastung reduziert wird. Diese Effizienz schafft Raum für Expertenwissen, Weiterbildung und höhere Produktivität.

Weiterhin erhöht sich mit dieser Digital Workforce die Qualität der durchgeführten Aufgaben, denn die Fehlerquelle Mensch wird als Risiko eliminiert, es gibt keine Ungenauigkeiten oder Irrtümer durch Unaufmerksamkeiten oder Copy-Paste Vorgänge. Und diese hohe Qualität ist Tag und Nacht, 24/7 am Werk, was letzten Endes die Kundenzufriedenheit erhöht.

Diese Herausforderungen gilt es zu meistern

Auch Robotic Process Automation steht im Zeichen der Schnelllebigkeit und Komplexität der aktuellen Bedingungen in der Geschäftswelt. Dadurch wird der generelle Druck zur Veränderung und Anpassung steigen. Neue Wettbewerbsteilnehmer auf Finanzmarkt sind ein Beispiel solcher Herausforderungen; sogenannte FinTechs greifen etablierte Unternehmen an. Deren oft veraltete, schwerfällige Systeme müssen sich messen mit der allerneuesten Technologie und State-of-the-Art Anwendungen dieser neuen Konkurrenten.
Neuerungen müssen an regulatorische Anforderungen angepasst werden, beispielsweise BASEL, Know Your Customer (KYC) oder die Datenschutzverordnung (GDPR). Weiterhin steht Kundenzufriedenheit an erster Stelle. Kunden verlangen stets hohes Level an Service-Qualität und -Schnelligkeit. Es gilt, eine Balance herzustellen zwischen neuen, aufstrebenden Organisationsstrukturen und agilen Prozessstrukturen.

 

Beispiel: Anwendungsbereiche von RPA im Finanzsektor

  • Datensynchronisation: Daten von einem System ins andere übertragen, unstrukturierte Daten in strukturierte Form bringen
  • Systemübergreifende Neukundenerfassung: Verschieben von Daten und Durchführung von Mehrfacherfassungen
  • Kreditvergabe: Zusammenstellung von Informationen aus verschiedenen Systemen
  • Bonitätsprüfungen im Einzelhandel: Kreditrisiken berechnen
  • Kontenabstimmung: Durchführung regelmäßiger Prüfungen und automatisierter Abschlüsse
  • eForm-Extraktion: Daten aus Formularen übernehmen und Systemeinträge vornehmen
  • Preisprüfungen: Berechnungen und Eingaben durchführen
  • Validierung zur Unterstützung von Audits
  • Kredit- und Auftragsbearbeitung: vom Webformular zum Bestandssystem (Legacy Anwendungen)
  • Aktualisierung von Kundendaten: Auslesen und Aktualisieren von Einträgen
  • Reports systemübergreifend generieren
  • Betrugserkennung durch Verfolgung von Kontoaktivitäten

Wie sollten Sie die Robotic Process Automation angehen?

Der erste Schritt besteht darin, die Vorarbeit zu leisten. Das bedeutet im spezifischen Fall Ihres Unternehmens, die Geschäftsprozesse zu analysieren im Hinblick auf Regelmäßigkeiten und Routineabläufe mit hohem Maß an manuellen Interaktionen. Darauf folgt die Definition der dazugehörigen Aktionen und die genaue Dokumentation. All diese Prozesse müssen daraufhin organisiert überwacht und optimiert werden, um eine Qualitätssicherung von Anfang an zu garantieren. Erst dann lohnt es sich, mit der Auswahl eines Anbieters und der tatsächlichen Implementierung von RPA zu beginnen.

 

Produktauswahl in 4 Schritten

  1. Informationsabfrage (Request for Information, RFI): Dauer ca. 2 Wochen
    • Zusammenstellung der Bewertungskriterien
    • Definition des strategischen Ziels und des Projektumfangs
    • Erstellung der Long List verschiedener Anbieter z.B. mit Gartner oder Forrester
    • Weitere Informationen von Anbietern erhalten durch Fragebogen

Experten-Tipp: Typische Inhalte des RFI Fragenkatalogs spezifizieren Anforderungen in punkto Kundenbedürfnisse, Performance, Design, Architektur, Struktur, Verhalten des Systems, Funktionen und Kriterien für die Systembewertung.

  1. Angebotsanfrage (Request for Proposal, RFP): Dauer ca. 4 Wochen
    • Evaluierung des RFI Feedbacks
    • Erstellung einer Short List auf Basis der Antworten auf den Fragebogen
    • Angebote von Verkäufern einholen, um ein erstes Kostenangebot zu einzusehen
  2. Konzeptnachweis (Proof of Concept, POC): Dauer ca. 2-4 Wochen
    • Definition des Umfangs des Proof of Concept und der zu erwartenden Ergebnisse
    • Projektteam besetzen, intern oder extern
    • Infrastruktur vorbereiten, wenn nötig
    • Definition eines möglichen Implementierungsplans und Durchführung einer Kompetenzanalyse
    • Management-Präsentation vorbereiten
  3. Nutzwertnachweis (Proof of Value, POV)
    • Analysieren Sie Ihre Prozesslandschaft
    • Identifizieren Sie Ihre problematischen Punkte
    • Scouten und bewerten Sie die zugehörigen Prozesse
    • Bestimmen Sie die Prozesse mit den größten Auswirkungen (Wertnachweis)
    • Prüfen Sie auf Abhängigkeiten innerhalb des Projekt-/Produktportfolios
    • Definieren Sie die Umsetzungs-Roadmap
    • Berechnen Sie die Gewinnschwelle, Prüfung, ob Investitionen sich lohnen
    • Entscheidung für das passendste Angebot

Nach der Auswahl des am besten geeigneten Anbieters sollten Sie sich auch für die Mühe der anderen Anbieter erkenntlich zeigen und ihnen dezidiertes Feedback zukommen lassen.
Nun können Sie sich an die Durchführung wagen, bei dem das sogenannte Center of Excellence eine tragende Rolle übernimmt. Es kümmert sich um die tatsächliche Implementierung in die bestehende IT-Infrastruktur und regelt die Standards für den RPA-Einsatz, bestimmt Best Practices und sichtet Support- und Schulungskapazitäten innerhalb ihres Unternehmens.

Sie sehen, Robotic Process Automation ist eine vergleichsweise leicht und schnell zu implementierende Technologie, die Sie auf dem Weg der Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse ein ganzes Stück nach vorne bringen kann. Wollen auch Sie nicht mehr auf diese einfach verfügbaren Vorteile verzichten? Wir freuen uns, Ihr Projekt kennen zu lernen und stehen als professionelle BeraterInnen gern an Ihrer Seite.

So feiern Sie Erfolge in der VUCA World

Willkommen in der VUCA World! Hier geht es turbulent und unbeständig zu. Das klingt anstrengend? Das ist es nur, wenn man nicht damit umzugehen weiß. Was genau es damit auf sich hat und welche Strategien helfen, wollen wir in diesem Artikel einmal genauer beleuchten. Grob gesagt geht es um die Schnelllebigkeit und Unvorhersagbarkeit der Businesswelt in allen ihren Bereichen. Diese Umstände tragen ganz neue Anforderungen an Manager und Unternehmen heran, die wir hier vorstellen möchten.

Warum Sie die VUCA World kennen lernen sollten

Das Akronym VUCA steht für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity und stammt vom Army War College aus dem Jahre 1987 im Bezug auf Leadership in unbeständigen, unsicheren, komplexen und ambigen Situationen, was später dann von der Geschäftswelt aufgegriffen wurde. Die in der VUCA World zur Norm gewordenen, kontinuierlichen Veränderungen, Unsicherheiten und neuen Herausforderungen in der Wirtschaft sorgen dafür, dass Fehler sehr viel gravierendere Auswirkungen haben können als noch vor 15 Jahren.

  • Volatility bedeutet in diesem Kontext, dass Unternehmen und ihre Märkte einem ständigen Wandel unterworfen sind, der sich schnell vollzieht und auch große Ausmaße annehmen kann. Schneller Auf- und Abstieg der Wirtschaft, und ständig neue Trends, die häufiger Mal die Richtung wechseln.
  • Die Uncertainty erklärt sich relativ einfach. Niemand kann mit 100 prozentiger Gewissheit sagen, welche Chancen und Herausforderungen die Zukunft bringt. So beispielsweise auch die Corona Krise, die aus dem Nichts plötzlich alles unsicher machte.
  • Mit einer erhöhten Complexity stellen sich neue Herausforderungen an Unternehmen. Heutzutage gibt es viel mehr verschiedene und voneinander abhängige Faktoren, welche die Performance beeinflussen, so dass das Expertenwissen einer einzelnen Person kaum ausreicht.
  • Ambiguity ist dem Aspekt der Uncertainty sehr ähnlich, jedoch ist es wichtig, die beiden nicht durcheinander zu bringen. Während durch Uncertainty niemand die wichtigen Informationen vorausahnen kann, weil sie nicht bekannt sind, verfügt man in der Ambiguity über diese Informationen, weiß aber nicht, wie sie zu interpretieren sind, da es je nach Perspektivwechsel unterschiedliche Auslegungen gibt. Das kann zu vorurteilsbehafteten, einseitigen Einschätzungen der Situation führen.

Es zeigt sich daher, dass Firmen sich im Zeitalter der VUCA World doppelt anstrengen müssen, um Unternehmensziele zu erreichen. Denn die Effekte der VUCA World beeinflussen nicht nur den Markt, sondern auch innere Strukturen Ihrer Firma; so haben Mitarbeiter womöglich Zukunftsängste, fühlen sich demotiviert und instabil, was wiederum auf Ihr Unternehmen zurückfällt. Entscheidungsprozesse werden erschwert, gerade auch wenn es um langfristige Projekte und Innovationen geht. Wenn hier das Management keine Initiative ergreift, besteht die Möglichkeit, dass eine VUCA World innerhalb Ihres eigenen Unternehmens entsteht, geprägt von Unvorhersehbarkeit, rapiden Veränderungen, Komplexität und undurchsichtigen Spannungsfeldern.

Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst, sondern ihm mit veralteter Logik zu begegnen.

Peter F. Drucker

Welche Strategien helfen in der VUCA World?

Im Folgenden wollen wir aufzeigen, welche Strategien wichtig und erfolgversprechend sind. Dazu zählen zum einen das Schema von ‘Build, Measure, Learn’ und zum anderen die Schritte des Lean Managements.

Lean Start-Ups: Build, Measure, Learn

Wenn es darum geht, in der VUCA World neu zu gründen, haben es nicht nur StartUps mit begrenztem Budget besonders schwer, die vielen Risikofaktoren in die Planung mit einzubeziehen, um nicht direkt an der Schwelle zu scheitern. Dafür lohnt es sich, die Prinzipien des Build, Measure und Learn auf die Fahnen zu schreiben.

Zunächst wird die Minimalversion des eigenen Produkts auf den Markt gebracht (Build), um es dann kontinuierlich anhand zuvor festgelegter Parameter und unter Berücksichtigung von Kundenrückmeldungen zu messen (Measure) sowie schließlich auf Basis dieser Daten Rückschlüsse zu ziehen für die nächsten Schritte zur Anpassung (Learn). Dies ist als Zirkel zu begreifen, der immer wieder durchlaufen wird, um eine optimale Anpassung an den Kunden zu garantieren und agil auf Umbrüche reagieren zu können.

Experten-Tipp: Effektive Strategien für Erfolg in der VUCA World beinhalten immer Weitsicht und kontinuierlichen Lernen durch kalkuliertes Ausprobieren neuer Initiativen sowie die Adaption an Veränderungsprozesse. Damit liegt die Stärke in der Agilität, Chancen zu nutzen und Veränderungen der Umstände proaktiv einzuplanen. Der Weg ist das Ziel.

Die 3 Stufen des Lean Management

Diese Art der Vorgehensweise für Start-Ups ist ähnlich derer für Unternehmen generell. Sie basiert auf dem Prinzip des Logischen Inkrementalismus. Das klingt zunächst nach einem weiteren leeren Ismus, birgt jedoch sowohl Sicherheiten als auch Fortschritt in der VUCA World. Ein Inkrement ist die Größe einer schrittweisen Veränderung und das auch das Herzstück dieser Strategie; es ist eine bewusst gewählte, kleinschrittige Vorgehensweise geprägt von kalkulierten Experimenten und Lernen aus den daraus gewonnenen Ergebnissen.

Im ersten Schritt werden dafür Daten gesammelt und analysiert. Dies sollte mit Foresight geschehen, also mit Weitblick, der jedoch außer dem Lernen aus vergangenen Erfahrungen auch Trends, verschiedene Szenarien und Koexistenzen berücksichtigt. Das wird besonders wichtig, wenn es um die Unsicherheit und Schnelllebigkeit der VUCA World geht. Gerade auch die Szenarien sollten hier nicht zu kurz kommen, denn sie beugen der Ambiguität vor und erlauben eine flexible Betrachtung und Handlungsoptionen je nach möglichem Ausgang. Dabei sollten Sie sich die Fragen stellen, was passieren könnte und welche Auswirkungen es hätte.

Der zweite Schritt ist die Strategie-Erstellung. Das ist ein sehr subjektiver Prozess, der häufig verschiedene Handlungsschritte vorsieht, die auf Basis einer Reihe an Zielen geplant werden. Besonders junge Unternehmen sehen hier zunächst eine Art Black Box, die erst nach und nach mit mehr Erfahrung und Einsichten gefüllt wird. Dabei sollte das sogenannte Roadmapping berücksichtigt werden. Es beantwortet die Fragen, wo das Unternehmen aktuell steht, wo es an welchem Zeitpunkt ankommen will und den eigentlichen Aktionsplan. Dynamik ist ein Schlüsselfaktor; wenn die Strategie danach ausgerichtet ist, gelingt die Implementierung umso leichter.

Diese ist der dritte Schritt. Eine Durchführung der geplanten Strategie, welche auf dem Logischen Inkrementalismus und eines dynamischen Roadmappings basiert. Es erlaubt eine flexible Herangehensweise für das Erreichen der strategischen Ziele. Roadmapping ist dabei mehr als nur die reine Strategiefindung und -implementierung. Es beinhaltet den immens wichtigen Faktor der erfolgreichen Kommunikation dieser Strategie, denn ohne das durchdringende Verständnis aller Beteiligten, kann die Durchführung nicht ihr volles Potenzial entfalten.

Gewinnen Sie an Stärke durch kontinuierliches Lernen

Egal an welchem Punkt Sie sich mit Ihrem Unternehmen aktuell befinden – effektive Strategien für das Wachsen in der VUCA World beinhalten immer Weitsicht und vor allem ein stetiges Lernen aus kalkuliertem Ausprobieren neuer Aktionen und der passenden Adaption an Veränderungsprozesse. Damit liegt die Stärke nicht in einer starren Organisation sondern in der Agilität, Chancen zu nutzen und Veränderungen der Gegebenheiten proaktiv einzuplanen. Der Weg ist das Ziel.

Es lohnt sich, für die Erstellung dieser Strategie, Experten ins Boot zu holen, die sich durch großartige Vernetzung und Erfahrung im Management auszeichnen. Kontaktieren Sie uns – Wir stehen Ihnen gern als Sparrings-Partner zur Verfügung und haben stets ein offenes Ohr für Ihre Ideen.

Sind Sie eine resiliente Führungskraft?

Die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit effizient kommunizieren und immer im guten Kontakt mit den Mitarbeitern stehen – heutige Anforderungen an Führungskräfte sind hoch, sie müssen ein breites Spektrum an Aufgabenfeldern verstehen und anleiten, dabei einen angemessenen Umgang pflegen und mit gutem Beispiel vorangehen. Auf ihren Schultern lastet besonders während turbulenter Krisenzeiten das Gros der Verantwortung. Doch es gibt Mittel und Wege, die es leichter machen, größere Schwierigkeiten genauso zu meistern wie die kleinen Dinge des Alltags.

Fünf Merkmale eines guten Führungsstils

Dem Gallup Engagement Index Deutschland zufolge sind eine Menge Arbeitnehmer*innen unzufrieden mit der Art und Weise, wie ihr*e Vorgesetzte*r die Führung übernimmt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Experten schon seit längerem einen Umschwung in den Führungsetagen von Konzernen, Organisationen und Unternehmen fordern. Was bringt eine gute Führungskraft mit und wie erreicht man mit einem modernen Führungsstil Resilienz?

1. Kritische Selbstreflektion

Fangen Sie mit dem Hinterfragen Ihres eigenen Führungsverhaltens an – wer Forderungen stellt, sollte sich bewusst sein, wie diese wahrgenommen werden. Dazu gehört auch ein Abgleich des Selbst- und Fremdbilds sowie dieses im Zweifel anzupassen durch das Erlernen neuer Skills und Kommunikationsarten. Offenheit für Supervision in der Klärung von Konflikten ist unabdingbar. Eigene Fehler einzugestehen, ist längst kein Zeichen von Schwäche mehr, wenn Sie damit ehrlich und selbstbewusst umgehen und die Erkenntnisse daraus für alle zugänglich machen.

2. Selbstsicherheit

Dieser Punkt ist essentiell. Ein sicheres Auftreten gepaart mit sympathischer Offenheit. Seien Sie sich jedoch der Gefahr bewusst, dass große Selbstsicherheit schnell mit Selbstgefälligkeit, Kritikunfähigkeit und Arroganz einhergeht. Der Mittelweg funktioniert darüber, dass Sie den Teamgedanken stärken, Wertschätzung aussprechen. Gerade bei jungen Führungskräften ist dieser Punkt wichtig. Sollte das Vertrauen von älteren, erfahrenen Mitarbeitern fehlen, begegnen Sie Ihnen offen interessiert an den Zweifeln. Diese Konflikte dürfen nicht im Unterholz schwelen – entkräften Sie dort, wo Zweifel nicht angebracht ist und wo er möglicherweise angebracht ist, schaffen Sie einen Raum für Austausch und gegenseitiges Lernen. Dadurch beweisen Sie ihre Führungsqualität auch vor Skeptikern.

3. Kommunikationsstärke

So ein unglaublich wichtiger und zu oft vernachlässigter Aspekt. Es kommt schon lange nicht mehr nur auf die Fachkenntnis der Führungskraft an, sondern auch darauf, wer was wie kommuniziert. Dafür lohnt es sich, Strukturen zu schaffen, die interaktive, explizite und teamorientierte Zusammenarbeit zuwege bringt. Jeder sollte die Möglichkeit haben, Ideen, Zweifel und Feedback ohne große Umwege an seine Vorgesetzten heranzutragen. Die Kommunikationswege so kurz und effektiv wie möglich halten und mehr Vertrauensvorschuss gewähren als es im konservativen Stil der ständigen Kontrolle üblich war.

4. Kompass für Unternehmensziele

Als Führungskraft sind Sie Vorbild. Sie geben den Kurs vor, anhand dessen durch sanfte als auch durch wilde Fahrwasser navigiert wird. Da ist es wichtig, positive Zukunftsaussichten zu vermitteln und Optimismus auszustrahlen, denn es motiviert ungemein, wenn alle das Gefühl haben, gemeinsam auf eine erfolgversprechende Zukunft hinzuarbeiten. Das gilt besonders in Zeiten der Krise und für Herausforderungen, die mit technischen Neuerungen wie der Digitalisierung einhergehen. Leben Sie die Vision vor.

5. Flexibilität

Ein Stichwort, das sich derzeit in vielen Bereichen modernen Managements wiederfindet. Es braucht die Fähigkeit, sich angemessen zur Situation immer wieder neu für eine Vorgehensweise zu entscheiden – sowohl fachlich zwischen Risiko und Sicherheit als auch menschlich zwischen Stärke und Mitgefühl. Dabei gilt es, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Das Leistungsspektrum hat sich stark vergrößert, was Weiterbildungen nötig macht, vielmehr als eine komplette Umwerfung alter Strukturen.

Experten-Tipp:

Management:

  • Veränderungsmaßnahmen analysieren und konstruktiv aufschlüsseln
  • Risikoanalysen durchführen
  • klare Anforderungen aufstellen
  • die Ziele wiederholt vor Augen führen und Strategie anpassen
  • Digitalisierung verstehen & vorantreiben
  • Offenheit gegenüber neuen Technologien

Mitarbeiterführung:

  • 360 Grad Feedback Kultur
  • Wertschätzung & Lob guter Leistungen
  • Chancen geben zur Verbesserung
  • Ehrlichkeit, Offenheit & Verbindlichkeit
  • Wünsche anhören, diskutieren, berücksichtigen
  • Aufgabenverteilung und -fortschritt visualisieren, Ziele abhaken

Bei sich selbst anfangen. Das ist, was die Resilienzfähigkeit von Führungskräften maßgeblich beeinflusst. Denn mit einem zufriedenen Team mit guter Kommunikation gelingt das Überspringen schwieriger Hürden um ein Vielfaches leichter.

 

7 Dinge, die Sie unbedingt vermeiden sollten

  1. Konservativer Führungsstil: Passivität statt Progressivität. Autoritäre Kontrolle statt Vertrauen und Dialog. Druck ausüben statt motivieren. Ständige Kritik statt Wertschätzung von Leistungen.
  2. Keine Selbstreflexion: Laut Gallup Engagement Index Deutschland denken 97 Prozent aller Führungskräfte, sie hätten einen guten Führungsstil, viele Arbeitnehmer hingegen bemängeln eben genau jenen. Diese Disparität muss geschlossen werden.
  3. Unentschlossenheit und schlechte Kommunikation über getroffene Entscheidungen
  4. Annahme, mit wenigen Weiterbildungsseminaren zu Kommunikation und Führung sei die Aufgabe erledigt. Ständiger Lernprozess durch Interaktion ist wichtig.
  5. Das Vermeiden unangenehmer Gespräche führt zu keinem Ziel, sie werden eher zu einem noch größeren Problem. Niemand möchte ein verschüchtertes Kaninchen als Teamleitung, das sich bei jeder Schwierigkeit verkriecht.
  6. Ineffektiver Umgang mit Scheitern: Eine Niederlage langfristig zu verdrängen oder gar zu verleugnen und auf andere abschieben, ist ein großer Fehler. Das führt zu einer schlechten Fehlerkultur im gesamten Team. Wer von seinen Mitarbeitern verlangt, ehrlich mit ihren Fehleinschätzungen zu sein, muss es auch selbst vorleben. Verabschieden Sie sich vom Gedanken, unfehlbar erscheinen zu müssen.
  7. Überheblichkeit: Der mögliche Gedanke, dass der eigene höhere Abschluss bedeutend mehr wert ist als langjährige Erfahrung, ist ein Trugschluss. Im Idealfall ergänzen sich praktische Erfahrung und theoretisches Fachwissen in Ihrem Unternehmen, ohne dass das Eine mehr Wertschätzung erfährt als das Andere.

Den guten Steuermann lernt man erst im Sturme kennen.

Seneca

Wer hilft Führungskräften durch die Krise?

Neben den aus der Forschung bekannten Sieben Säulen der Resilienz, die wir bereits im Artikel über Resiliente Unternehmensgestaltung beleuchtet haben, wollen wir hier nun die Rolle des Personalmanagements mit einbringen. Ein moderner Führungsstil ist vor allem durch die digitale Transformation und die Pandemie aktuell gefragter denn je, um weiterhin dem Erfolgsanspruch langfristig gerecht werden zu können. Daher ist es für Teamleiter ratsam, sich vom Personalmanagement unterstützen zu lassen. Bei Veränderungen kann es für innovative Ideen und Lösungen herangezogen werden. Darüber hinaus schafft es einen Rahmen für die beständige Weiterentwicklung von Führungskräften durch Trainings und Supervision.

Denn eine Führungskraft ist trotz ihrer herausgehobenen Position nicht auf sich allein gestellt. All jene zuvor angesprochenen Führungsqualitäten können mithilfe von Human Resources oder anderer Netzwerke geschliffen und verbessert werden. Sie helfen, Niederlagen in Lerneffekte umzuwandeln, die positive Grundeinstellung zu verbessern und sich nicht lange an vergangenen Fehlern aufzuhalten. Dabei wird Ihnen geholfen die wichtigen Fragen des Scheiterns zu stellen: Was nehme ich aus dieser Erfahrung mit? Hat die Niederlage auch positive Konsequenzen und wie kann ich meine Reputation auch in Krisenzeiten wahren? Welche Fähigkeiten helfen nun, wieder zu frischer Stärke zu finden?

Reframing ist ein guter Stichpunkt dazu. Es bezeichnet die Fähigkeit, Dinge in einem neuen Licht, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und dadurch völlig neu zu bewerten. Wenn Sie sich stetig darauf konzentrieren, wie schlimm eine Situation ist, wird sie sich nicht ändern. Doch mit einer neuen Betrachtungsweise ergeben sich ganz neue Visionen. Dies gelingt am besten angeleitet im Dialog mit Experten. Personalabteilungen kennen darüber hinaus innovative Maßnahmen außerhalb der Mindset-Arbeit, welche die Routine aufbrechen, beispielsweise eine feste sportliche Pause in den Büroalltag zu integrieren oder das Arbeitsumfeld durch Anschaffungen wie einem Darts Set oder Ähnlichem aufzulockern.
Diese Netzwerke unterstützen beim Zurechtfinden in neuen Führungssituationen und geben insgesamt die Anleitung zur Selbstführung. Dann klappt das auch mit den Mitarbeitern.

Wagen Sie noch heute einen Schritt in Richtung Zukunft und werden Sie zur ausgezeichneten Führungskraft. Kontaktieren Sie uns dafür gern – wir freuen uns, Ihnen auf Ihrem Weg unterstützend zur Seite zu stehen.

Stecken Sie den Kopf nicht in den Sand: erfolgreiches Krisenmanagement

Solange alles rund läuft, schenken wir der Sorge vor künftigen Krisen kaum mehr Beachtung als wirren Angstträumen – schnell verdrängt, doch der unangenehme Nachgeschmack bleibt. Oder wir sind uns ihrer überhaupt nicht gewahr und sie schlummern unentdeckt in starren Lieferketten, mangelnder Digitalisierung und ineffizienten Arbeitsweisen. Und ja, mit einem Jahr wie 2020 hat niemand richtig gerechnet. Daher plädieren wir für eine direkte Integration von Risikomanagement ins Geschäftsmodell: den Angsttraum weiterdenken, tatsächliche Schwachstellen erkennen und kreative Lösungen finden, bevor die Krise einschlägt. Sie werden sehen, der Nachgeschmack verflüchtigt sich. Welches Mindset und welche relevanten Schritte hierfür notwendig sind, zeigen wir Ihnen im Folgenden auf.

Ein Mindset für Gewinner der Krise

Bevor Sie direkt loslegen und sich womöglich in blindem Aktionismus verlieren, sollten Sie sich über das richtige Mindset Gedanken machen, welches ungemein helfen kann, eine klare Linie ins eigene Handeln zu bringen. Dafür empfiehlt sich das Buch von Förster & Kreuz: Vergeude keine Krise, dessen Kernpunkte wir hier teilen dürfen.

In Zeiten von gut laufenden Geschäften ist es zwar nett, sich darüber zu freuen und auch mal gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, doch durch die globale Vernetzung der Welt korrelieren so viele Vorgänge miteinander, dass die nächste Krise sicher irgendwann kommt. Daher ist es von größter Wichtigkeit, beizeiten die Ausgangsvoraussetzungen für den Ernstfall zu optimieren. Für jegliche Lösungen in der Krise braucht es Kreativität, Flexibilität und Innovation. All dies kann nur dort stattfinden, wo Vielfalt gelebt und Individualismus groß geschrieben wird. Starr konformes und einfältiges Denken wird in neue Bahnen gelenkt, wo dann ein Freiraum zur Eigenverantwortlichkeit entsteht. Wer fortbestehen will, muss spätestens jetzt die Entscheidung treffen, veraltete Konventionen gegen mutige Neuerungen auszutauschen. Das ist der Weg aus einer geordneten Nachlässigkeit hin zur Selbstsicherheit im Handeln. Und damit dieser Umschwung gelingt, muss sich in den Köpfen aller Beteiligter etwas bewegen:

  • von der rechtlichen Vorschrift zum proaktiven, eigenverantwortlichen Handeln
  • von der Überprüfung durch Außen zur Lenkung von Innen
  • vom konservativen Denken zum innovativen Denken
  • von der Untätigkeit durch Versagensangst zur kalkulierten Risikobereitschaft
  • vom Recht auf Antithese zur Antithese als Leitfaden
  • vom Zwang der Einstimmigkeit zur Förderung verschiedener Meinungen
  • von der Fremdregulation zur Selbstregulation

Dieses neue Mindset mag für Viele ein mehr oder weniger radikales Umdenken bedeuten, aber es lohnt sich, die Anstrengung zu wagen. Wer dazu gern mehr Inspiration hätte, findet auf der Website von Förster & Kreuz den Business Backstage Report, einen wöchentlichen Newsletter, der wirklich innovative Ideen mit sich bringt.

Nimmt man die Chance aus der Krise – wird sie zur Gefahr. Nimmt man die Angst aus der Krise – wird sie zur Chance.

Anja Förster & Peter Kreuz in “Vergeude keine Krise.”

1. Erkennen Sie die Risiken

Mal ganz ehrlich – kennen Sie wirklich alle Risiken, die im Zweifelsfall durch einen gesellschaftlichen, politischen, globalen, finanziellen oder technologischen Umbruch auf Ihr Unternehmen zukommen können? Beziehungsweise, welche der Risiken, die Sie erkennen, haben Sie schon einmal von vorne bis hinten durchsimuliert; die verschiedenen Parameter in den Blick genommen, eine Analyse und Handlungsperspektive erarbeitet? Die Pandemie hat uns ganz deutlich gezeigt, wie viel stärker die Krisenprävention in Businessmodellen gewichtet werden muss, um auch im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Eine solche Krisenprävention stützt sich auf die genaue Analyse verschiedener Szenarien. Hierfür lohnt es sich, alle möglichen Resultate dieser Szenarien auf ihr Unternehmen anzuwenden und zu eruieren, welche für Sie von zentraler Bedeutung sind. Dafür gibt es im Unternehmen diverse Abteilungen, die sich um ihre eigenen Bereiche kümmern; das Enterprise Risk Management, bewertet anhand verschiedener Parameter sowohl strategische als auch operative Risiken, das Compliance Management eruiert rechtliche Faktoren, während das Sustainability-Management Nachhaltigkeitsrisiken ermittelt und das interne Kontrollsystem den Prozessablauf auf Risiken untersucht. Wie wir sehen, sind das ganz verschiedene Bereiche, die aber alle mehr oder weniger miteinander in Verbindung stehen, denn selten betrifft ein Problem nur einen einzigen Aspekt; häufig sind mehrere interagierende Schnittstellen betroffen.

2. Minimieren Sie die Risiken

Was eine effektive Krisenprävention also verlangt, ist eine Gesamtbetrachtung aller Risikofaktoren der verschiedenen Bereiche. Denn natürlich kann das Ergebnis eines Risikos isoliert betrachtet als geringfügig relevant eingeschätzt werden, doch erst im realen Gefüge entsteht möglicherweise eine gravierende Wirkung, die gefährlich werden kann. Wir tendieren dazu, Bekanntes als weniger bedrohlich einzuschätzen. Dieser unterbewussten Einschätzung sollten wir uns jedoch gewahr werden, wenn es um Risikobewertung geht. Nur weil wir die Gefahr kennen, heißt es nicht, dass sie in der Realität weniger gravierende Auswirkungen haben kann.

Diese ganzheitliche und objektive Bewertung kann gelingen, wenn die unterschiedlichen Fachabteilungen kooperieren – jede*r ist Experte für den eigenen Bereich, bekommt aber gleichzeitig ein tieferes Verständnis für die Prozesse und Risikofaktoren aus anderen Gebieten und kann selbst neue Perspektiven einbringen. Solche losen Zusammenschlüsse sind eine gute Lösung, wenn es darum geht, kurzfristig zu handeln, doch auf lange Sicht muss daraus eine solide Organisation werden, die als Basis für das Risikomanagement dient und damit die Krisenprävention stützt.

Innerhalb dieses Zusammenschlusses muss es darum gehen, die Wirtschaftlichkeit anhand realer Zahlen zu kalkulieren, wobei sowohl das Best- als auch das Worst-Case Szenario fokussiert wird. Um bessere Entscheidungen treffen zu können, kann man sich auf Risikofaktoren einigen, welche im Zusammenhang mit vorher festgelegten Kennzahlen und qualitativen Aspekten fundiertere Szenarien ermöglichen. Darüber hinaus lässt sich anhand von verschiedenen Visionen schon im Vorhinein ein Entscheidungsbaum erstellen, der die Handlungsfreiheit in der jeweiligen Situation erhöht, denn unter Druck lässt sich sehr viel schwerer klar und faktengeleitet handeln. So erkennt man sehr viel leichter, bei welcher Entscheidung mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist. Wir sehen also, die ganzheitliche, zukunftsorientierte Betrachtung ist das Schlüsselelement für Risikobewertung.

3. Führen Sie regelmäßige Revisionen durch

Dieser letzte Schritt ist gleichzeitig auch der erste Schritt. Denn es geht keineswegs nur darum, regulatorische Vorgaben zu erfüllen, einen Plan für die Krise zu entwerfen und dann Däumchen zu drehen. Sondern es muss das sichere Fortführen der eigenen Geschäftstätigkeit im Vordergrund stehen. Dazu ist die Erkenntnis notwendig, dass wir in einem Umfeld wirtschaften, das in den kommenden Jahren durch die starke globale Interdependenz nicht gerade risikoärmer wird.

Das bedeutet also abermals, immer die aktuellen Veränderungen in der Welt der Technologie, Politik und Wirtschaft im Blick zu behalten, regelmäßige Überprüfung der verschiedenen Bereiche durchzuführen und womöglich neue Korrelationen, Risiken und Problemstellungen im Vorhinein schon aus dem Weg zu räumen.

So einfach gelingt Ihnen die resiliente Unternehmensgestaltung

So einfach gelingt Ihnen die resiliente Unternehmensgestaltung

Was genau bedeutet es eigentlich, resilient zu sein? Resilienz wird als die Fähigkeit bezeichnet, welche es ermöglicht, schwierige Situationen ohne andauernden Schaden zu durchstehen (Duden). Nicht nur die Psyche des Menschen kann eine Resilienz gegenüber Krisen entwickeln, sondern auch Sie als Unternehmer sollten ganz aktiv Einfluss darauf nehmen, wie gut Ihr Business aufgestellt ist, um besagte schwierige Situationen schadensfrei zu überstehen.

“Never let a good crisis go to waste.”

Winston Churchill

Die Krise als Chance zur Veränderung

Und doch steckt in jeder Krise auch eine Chance, das wusste auch Winston Churchill. Die Krise operiert in den Extremen und hält eine Lupe auf die ineffizienten, verbesserungswürdigen Elemente aller Vorgänge. Eine solche Situation bietet somit immer die Gelegenheit zur Selbsterkenntnis, seine Schwächen genau so gut kennen zu lernen wie die Stärken. Die daraus gewonnenen Daten in Taten umzusetzen, ist was eine resiliente Unternehmensgestaltung ausmacht.

Es gilt, eine genaue Bestandsaufnahme, Analyse, und Ursachenforschung anzustellen und daraufhin einen proaktiven Plan zur Aufarbeitung und Optimierung zu schaffen. Dass viele Unternehmer dies verstanden haben, zeigt sich auch bei einer Betrachtung der Zahlen einer Erhebung des letzten Jahres bezüglich der gewonnenen Erkenntnisse aus der Pandemie: Mit 59% setzen knapp zwei Drittel der Unternehmen den Ausbau von Krisen-Reaktionsteams, Task-Forces und Szenario-Analysen für Ausnahmesituationen mit hoher Priorität auf ihre Agenda (Quelle: Future Readiness Index 2020).

Diese in den Fokus gerückten Investitionen in Risikomanagement Aspekte sind zwar essentiell und genau der richtige Schritt in dieser Situation. Jedoch wäre es weitaus effizienter und risikoärmer, wenn diesen Szenarien und Task-Forces bereits im Vorhinein einiges an Aufmerksamkeit geschenkt und somit die Resilienz direkt mitgedacht wird.

Wie sieht eine resiliente Unternehmensgestaltung aus?

Was können Sie also tun, um Ihr Unternehmen so resilient wie möglich zu gestalten, um damit gegen Krisen gewappnet zu sein und wie lässt sich gleichzeitig das Streben nach Effizienz mit einer erhöhten Resilienz vereinbaren?venn diagram showing efficiency and resilience uniting in agilityDas Zauberwort hierfür heißt Flexibilität mit kreativer Herangehensweise, um sich auf jede Situation neu einstellen zu können. Dafür müssen vorher natürlich diese Situationen und Szenarien ausgiebig beleuchtet werden, was im Falle einer tatsächlichen Krise dann die Effizienz unterstützt: Die herausgearbeiteten Handlungsoptionen sind klar umrissen und es ist nicht nötig, unter hohem Druck schwierige Entscheidungen zu treffen. An diesem Punkt der flexibel geplanten Handlungsoptionen treffen Resilienz und Effizienz aufeinander.

Vier Schritte für eine resiliente Unternehmensgestaltung

Den Nutzen einer resilienten Unternehmensgestaltung kennen Sie nun. Welche genauen Schritte sollten Sie jetzt bei Ihrer Planung bedenken? Dazu hat Dr. Tobias Naujoks einen 4-Schritte-Plan entwickelt: Covid-19: Aus der Krise mit Methode

  • Das Verstehen von Risikodimensionen: zu erwartende Veränderungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene betrachten → Zusammenhänge erkennen
  • Die Entwicklung von Industrieszenarien: Schlüsselaspekte der eigenen Branche in Risikoszenarien einordnen und bewerten
  • Die Erschaffung mittelfristiger Resilienzen: Im Hinblick auf eigenes Unternehmen ein Handlungsschema auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickeln
  • Das Wechseln der Perspektive: Neben den Risiken auch die Chancen bedenken → neue Märkte erschließen, zukunftsorientiertes Handeln

Ein weiterer ganz zentraler Punkt, ist die digitale Transformation in Ihr Betriebsmodell mit zu integrieren und sie zukunftsorientiert zu optimieren. Das bedeutet, dass sich gerade in den Bereichen der Produktion, Supply-Chain, Marketing und IT Handlungsfelder ergeben, um Flexibilität zu erreichen, beispielsweise durch cloudbasierte Services, agile Lieferketten und Webauftritte auf passenden Kanälen. Zudem darf der personelle Bereich nicht außer Acht gelassen werden, wenn es um Digitalisierung geht – Mitarbeiter sollten über die Möglichkeit verfügen, im Home-Office zu arbeiten, ohne dass Sicherheitslücken oder Kommunikationsengpässe entstehen. Cyber Security und starke wie vertrauensvolle Führung sind daher ebenfalls Schlüsselthemen. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel Wie Sie die digitale Transformation erfolgreich meistern.

Experten-Tipp: Wie kann Ihr Unternehmen resilient sein, wenn Sie als Führungskraft diese innere Stärke nicht transportieren? Es ist sinnvoll, Resilienz vorzuleben. Im Wesentlichen geht es darum, selbstverantwortlich zu handeln, die eigene Persönlichkeitsentwicklung in die Hand zu nehmen und ein Bewusstsein für die eigene Macht über die persönliche Einstellung zu erlangen.

Agile Lieferketten schaffen

Ein wichtiger Bereich, um Ihr Unternehmen resilienter zu gestalten, ist die Supply-Chain Optimierung. Globale Trends haben hier einen großen Einfluss. Dazu gehören unter anderem der demografische Wandel, ein gesteigertes Nachhaltigkeitsbewusstsein oder auch die generelle Verknappung von Ressourcen. Oftmals reicht eine Risikobewertung auf Basis von statistischen Berechnungen und Erfahrungswerten nicht aus, um Unterbrechungen der Lieferkette aufzufangen. Aus diesem Grund gibt es die 5 Faktoren für Resilienz in der Supply Chain, erstellt von KPMG Director Dr. Sylvia Trage:

  • Agilere Gestaltung von Organisationen: Agilität durch Alternativpläne und Frühwarnsysteme, regelmäßige Überprüfung der Kundenerwartungen
    Dezentralere Aufstellung der Lieferketten: einzelne Standorte unabhängiger und innovationsfähiger machen, (globale) Optionen zum Ausweichen schaffen
  • Struktur-Doppelungen nutzen: Prozesse vereinheitlichen, Standards schaffen (in Infrastruktur, Technik, Produktion etc.), Überbrückung durch Ausweichen auf andere Standorte, Varianten minimieren
  • Gestaltung eines New Work-Arbeitsumfeldes: Außerhalb von Qualifizierung, Motivation auch auf persönliche Merkmale der Mitarbeiter achten: Interdisziplinäres, diverses, interkulturelles Team bringt Vorteile verschiedener Perspektiven, innovative Lösungsstrategien, Gruppenleistung im Fokus
  • Anregung kontinuierlicher Lernprozesse: Chancen der ständigen Veränderung nutzen, Szenarien stetig überwachen und anpassen, Mitarbeiter ausbilden, Notfall-Prozesse für Krisen etablieren → Vermeidung negativer Impacts auf Markt

Die 7 Faktoren der inneren Stärke für Leadership in Krisenzeiten

Wie soll Ihr Unternehmen resilient aufgestellt werden, wenn die Führung diese innere Kraft nicht ausstrahlt? Gerade jetzt, aber auch mit Blick auf die Zukunft, lohnt es sich für Führungskräfte, Resilienz als Vorbild zu leben. Im Wesentlichen geht es dabei darum, eigenverantwortlich zu handeln; Verantwortung für die eigene charakterliche Entwicklung zu übernehmen und ein Bewusstsein für die eigene Macht über die persönliche Haltung zu erlangen. All das hilft uns, kleinere und größere, kurze und längerfristige Krisen zu meistern. Kurz gesagt: resilient auf Misserfolge, Niederlagen und Krisen zu reagieren.

Das ist Nichts, was im Handumdrehen oder nebenher erlernt werden kann, sondern erfordert eine eingehende, kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema. Denn den einen Job fürs Leben gibt es so heute nicht mehr. Jeden Tag sind wir aufgefordert, uns aufs Neue zu fragen, welche frischen Anforderungen an uns herangetragen werden, ob wir die nötigen Kompetenzen haben. Dieses lebenslange Lernen ist zur Normalität geworden und dazu muss ganz selbstverständlich auch der Blick nach innen gerichtet werden. Das zukunftsorientierte, selbstbewusste, aber hinterfragende Mindset ist der Schlüssel zum Erfolg.

Dazu haben wir sieben Faktoren aufgelistet, die helfen, dieses Mindset und damit Resilienz aufzubauen und zu stärken, adaptiert von Micheline Rampes Werk Der R-Faktor, ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle, die sich näher mit dem Thema beschäftigen möchten.

  1. Optimismus: Schwierigkeiten bestehen jetzt und vergehen auch wieder. Es bleibt nicht für immer so kritisch, und es gibt sicher Dinge, die wir tun können, um eine positive Veränderung herbeizuführen.
  2. Akzeptanz: Es ist wie es ist. Sich in der vermeintlichen Ausweglosigkeit einer Situation zu verbeißen, hilft nicht weiter. Besser ist es, sie zu akzeptieren und einen Perspektivwechsel zu versuchen. Es gibt in jedem Labyrinth einen Ausgang.
  3. Lösungsorientierung: Mit der Akzeptanz kommt die Offenheit für neue Denkansätze, denn es gibt für alles eine Lösung. Manchmal muss man nur etwas länger danach suchen.
  4. Initiative ergreifen: Wir sollten Mut und Selbstwirksamkeit entdecken. Nur wenn wir aktiv handeln, können wir etwas bewirken. Jede Freiheit kostet auch den Mut, ein wenig über sich selbst hinauszuwachsen.
  5. Verantwortung übernehmen: Sowohl bei fremd- als auch bei selbstverschuldeten Krisen geht es nicht darum, lang und breit darauf herumzureiten, sondern die Verantwortung zu übernehmen. Nach der Fehleranalyse muss es schnell auf den Weg Richtung Lösungsfindung gehen.
  6. Netzwerkorientierung: Gemeinsamkeit macht stark. Das Vertrauen in unsere Mitmenschen ist eine hervorragende Quelle für Austausch, Kraft und Gewinn von neuer Energie und Ideen.
  7. Zukunftsplanung: Getreu dem Motto Nach dem Planen ist vor dem Planen müssen wir zukunftsorientiert denken. Visionen zukünftiger schwieriger Situationen durchspielen und Strategien entwickeln, denn der nächste Winter kommt bestimmt.
Es wird deutlich: Nicht nur in Ihrem Unternehmen sollte das stetige Wachstum großgeschrieben werden, sondern auch in Ihrer persönlichen Entwicklung Beachtung finden – denn das Eine ist von dem Anderen langfristig nicht zu trennen – professionelles Coaching kann für diesen Prozess ein Katalysator sein.

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